Pfadfinder Don Bosco: Das 30-jähriges Bestehen des Stamms wird mit vielen Gästen und Aktionen ganz groß gefeiert

Spurensuche im Gottesdienst

Von unserer Mitarbeiterin Dominique Kreichgauer

2013-09-24 Zeitung

Gut Pfad seit 30 Jahren: Bei den Feierlichkeiten zum runden Geburtstag des Stammes Don Bosco trat das Trio "Mitohnestrom" auf (oben), außerdem gab es genug Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen. Beim "Talk im Zelt" (unten rechts) trifft Moderatorin Christine Keilbach auf Don Bosco (Christian Soyk), Vorstandsmitglied Manuel Rebmann, Jesu Fußspur (Dirk Schmiel), auf die un-bekannte Jüngerin (Vera Sänger) und den Apostel Petrus (Lukas Rey).

Ketsch. "Auch, wenn die Sache schiefgehen sollte, ist das Ganze eine Bewegung, die es wert ist, festgehalten zu werden. Wird es aber eine Bomben-Sache, wäre es doch schade, wenn wir keine Chronik besäßen." Mit diesem ersten Eintrag in der Chronik des Pfadfinderstamms "Don Bosco" eröffnete Kuratin Christine Keilbach den Gottesdienst. In Anbetracht der Tatsache, dass die Ketscher Pfadfinder an diesem Wochenende ihr 30-jähriges Bestehen feierten, kann man wohl sagen, dass sich die Bewegung tatsächlich als eine "Bomben-Sache" herausgestellt hat. Um diese Erfolgsgeschichte zu feiern, waren am Sonntagmorgen nicht nur die aktuellen Pfadfinder, sondern auch viele Ehemalige und Mitglieder der Pfarrgemeinde in die St. Sebastian Kirche gekommen.

Mit Jesus auf dem Weg sein
Der Gottesdienst drehte sich um das Thema Jesus: mit ihm auf dem Weg sein, seine Spuren in unserem Leben, sein Tun als Eckstein. Passend dazu waren auch die Bibeltexte ausgewählt und in einer Talkrunde "im Zelt", berichteten verschiedene berühmte Persönlichkeiten über ihre Wanderungen und besondere Begegnungen. Einer der Jünger aus dem vorgelesenen Emmaus-Evangelium (Vera Sänger) erinnerte daran, dass man Menschen, denen man begegnet oft nicht richtig wahrnimmt und erkennt. Der Apostel Petrus (Lukas Rey) bekannte, dass er seinem Namen "der Fels" zunächst keine Ehre gemacht habe. "Ich war nicht stark und auf mich verlassen konnte man sich auch nicht. Jesus habe ich sogar verleugnet." Doch später wurde Jesus für ihn zum Eckstein und Orientierungshilfe für sein Leben und Handeln. Aus Turin war Don Giovanni Bosco (Christian Soyk), der Namensgeber des Ketscher Pfadfinderstamms, in die Enderlegemeinde gereist und berichtete von den Jahren der Wanderung, in denen er mit seinem Orden benachteiligten Jugendlichen half. Der Jünger, Petrus und Don Bosco nahmen sich Jesus zum Vorbild, folgten seinen Spuren und suchten die Gemeinschaft mit ihm.
Gemeinschaft wird auch bei den Pfadfindern ganz groß geschrieben, wie Manuel Rebmann betonte. Besonders wichtig war diese Gemeinschaft beim letzten Diözesanlager, bei dem ein heftiges Unwetter wütete. "Die Großen kümmerten sich um die Kleinen, der Zusammenhalt war klasse", erinnerte er sich. Dieses Lager hat im Gedächtnis aller Teilnehmer Spuren hinterlassen. In einem selbst gedrehten Video berichteten danach weitere Mitglieder der Ketscher Pfadfinder von prägenden Erlebnissen und welche Spuren ihre Zeit bei den Pfadfindern hinterlassen hat.

Kieselsteine als Erinnerung
Auch dieser Festgottesdienst sollte den Besuchern noch lange im Gedächtnis bleiben und so verteilten die Pfadfinder am Ende kleine Kieselsteine mit Fußabdrücken darauf. "Der Stein soll auch symbolisieren, dass wir uns täglich neu auf den Weg machen wollen mit Jesus an unserer Seite", erläuterte Christine Keilbach. Zunächst führte der Weg der Gottesdienstbesucher aber in den Pfarrgarten, wo die Pfadfinder ein buntes Jubiläumsfest feierten. "Vor etwa einem Jahr stand für uns fest, dass wir das Jubiläum ganz groß feiern wollen", berichtete Vorstandsmitglied und Organisator Sven Surowec (27).
Im Pfarrgarten konnten sich auch die Besucher einmal beinahe wie Pfadfinder fühlen, denn Losstand und Grill waren in den typischen schwarzen Jurten untergebracht und vermittelten ein Gefühl von Zeltlager.
"Da haben wir eine Weile dran rumgetüftelt", erzählte Daniel Schäfer (28). "Wir waren nicht sicher, ob ein halbes Zelt überhaupt hält. Normalerweise sind die Jurten ja rundum abgespannt." Die Zeltkonstruktionen hielten und so konnten es sich die zahlreichen Besucher gut gehen lassen. "Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind, um mit uns zu feiern, das hätte ich gar nicht gedacht", zeigte sich Sven Surowec erfreut. Während die Band "Mitohnestrom" die Erwachsenen unterhielt, hatten die Jungpfadfinder für die Kinder verschiedene Spielestationen vorbereitet. Von Dosenwerfen und Sackhüpfen über "Elefantenrennen" bis hin zum Zielschießen war für jeden Geschmack etwas dabei.
Bürgermeister Jürgen Kappenstein zeigte sich nicht nur vom organisatorischen Engagement der Jugendlichen beeindruckt. "Die Pfadis setzten sich nicht nur für ihre eigene Interessen ein, sondern auch für Andere. Ein gutes Beispiel ist da die 72-Stunde-Aktion", erklärte er. Eine solche Aktion ist nur in der Gemeinschaft zu stemmen.
Pfarrer Walter Sauer konnte sich nur anschließen. "Den Zusammenhalt der Pfadfinder kann man hier und heute förmlich sehen." 

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 24.09.2013