Nach nur zwei Jahren verlässt Gemeindereferent Dominik Gehringer die Seelsorgeeinheit. Dennoch wollten ihn die Gläubigen nicht einfach sang- und klanglos ziehen lassen und verabschiedeten ihn am Samstagabend mit einem vielseitigen Gottesdienst, der unter dem Motto "Ihr seid das Salz der Erde" stand. Schon zu Beginn wurde es spannend. In der Quiz-Show "Spice-TV" mussten sich Vertreter der Ministranten, Pfadfinder, Sternsinger und der KjG den kniffligen Fragen von SWR4-Moderatorin Doris Steinbeißer stellen. Auch hier ging es gemäß des Themas des Gottesdienstes um Salz.

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Vom Salz als Symbol des Lebens
Dieses uns so gewöhnlich erscheinende Mineral wurde im Anschluss von Sabine McKnight (Krippenspiel) und Jasmin Jungmann (Ministranten) näher beleuchtet. Salz rufe immer eine Veränderung hervor - Eis schmilzt oder Essen wird würzig. Salz sei anpassungsfähig, es ist fest aber auch löslich, sichtbar und greifbar, kann aber auch unsichtbar und diffus sein. "Salz ist lebensnotwendig", fasste Mc Knight zusammen. "Und es war und ist kostbar." All diese Dinge treffen in gewisser Weise auch auf Dominik Gehringer und seine Arbeit zu.
Die Seligpreisungen aus der Bergpredigt waren das Evangelium des Gottesdienstes. In diesem fand sich auch das Motto wieder. In seiner Ansprache interpretierte Dominik Gehringer den Bibeltext dahingehend, dass jeder zu Salz werden könne, der sich von der Botschaft Jesu leiten lasse. "Hier in der Seelsorgeeinheit bin ich ziemlich vielen salzigen Menschen begegnet, die die Kirche aktiv mitgestalten und ihr so Würze verleihen", erzählte Gehringer. Doch auch der Gemeindereferent selbst hat in den zwei Jahren viel zu dieser Würze beigetragen. Tatjana Arnold von den Brühler Sternsingern berichtete, wie Gehringer die Einladungsplakate peppiger gestaltet hätte. Tobias Weiser von der Brühler KjG erzählte, dass Dominik Gehringer immer die Balance zwischen verantwortlichem Hauptamtlichen und Freund gehalten habe und Christine Keilbach von den Ketscher Pfadfindern bescheinigte ihm, dass er "ein unkonventioneller Typ" sei. Auch die Mitglieder des Ketscher Krippenspielteams und Patrick Weiser vom Firmteam wussten nur Positives zu berichten. Die Ministranten hatten einen kleinen Sketch vorbereitet, in dem sie in bester "Deutschland sucht den Superstar"-Manier, Dominik Gehringer zum Super-Gemeindereferenten erkoren. Am Ende des Gottesdienstes überreichte Pfarrer Walter Sauer dem frisch gebackenen Gemeindereferenten das Liturgische Gewand, die Albe. Dabei zitierte er aus dem Kolosserbrief: "Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!"
Ebenfalls aus dem Kolosserbrief stammt der Ausspruch: "die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht." "Der Liebe wegen willst du ziehen und wir müssen dich ziehen lassen", sagte Pfarrer Sauer und spendete Gehringer den Segen. Genauso bunt und fröhlich, wie der Gottesdienst war, ging es auch beim anschließenden Empfang im Pfarrheim weiter. "So ein fröhlicher Abend, obwohl wir doch traurig sind", befand Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marianne Faulhaber. Die Ministranten aus Ketsch und Brühl übergaben Dominik Gehringer einen klassischen Wanderstab mit Proviant, der in die badische Fahne eingeknotet war. "Die werde ich in Würzburg hissen, mal sehen, wie die Franken reagieren", versprach Gehringer. Der Pfarrgemeinderat hatte die moderne Version des Reisegepäcks dabei. "Dieser Rucksack soll dich auf all deinen Wegen begleiten", wünschte die Vorsitzende Marianne Faulhaber.

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Ein Halstuch von den "Pfadis"
Die Pfadfinder hatten neben Wein auch ein Halstuch in den Ketscher Farben mitgebracht. "Allzeit gut Pfad", wünschte Kuratin Christine Keilbach. Kreativ zeigten sich die hauptamtlichen Mitarbeiter. Sie trugen eine umgedichtete Version des Liedes "Dominique" vor. "Der Text stammt großteils vom Chef", verriet Pfarrsekretärin Jutta Schäfer. "Vielen Dank für den Vertrauensvorschuss, den Sie mir immer wieder gegeben haben", bedankte sich Gehringer bei der Gemeinde, vor allem aber auch bei seinen Kollegen und Pfarrer Sauer.
"Egal, mit welcher scheinbar verrückten Idee ich an Sie herangetreten bin, Sie haben mich immer machen lassen und mich mitgetragen." "Ein junger Mensch mit wahnsinnig vielen Ideen", beschrieb ihn Klaus Nothhelfer vom Pfarrgemeinderat. Auch herzlich und offen sei er gewesen, erzählte Bruni Weiß. "Er hat nicht immer nur seine eigenen Ideen durchgesetzt, sondern auch Vieles angenommen und fortgeführt, was schon da war", berichtete Gemeindereferentin Sigrun Gaa-de Mür.


© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 23.07.2013